Chronik

Der Verein Lebenshilfe e.V. in Forchheim wurde im April 1966 gegründet. Aus der tiefen Sorge betroffener Eltern, keine angemessene Förderung ihrer behinderten Kinder, die in normale Schulen und Kindergärten nicht aufgenommen werden konnten, erhalten zu können, entwickelte sich nach dem Vorbild des Gründers der "Lebenshilfe" - Tom Mutters - die Elternvereinigung Lebenshilfe e.V. in Forchheim. In einem kleinen Nebengebäude im Alten Landratsamt fanden zunächst 18 Kinder eine erste Bleibe. Eine kleine Tagesstätte, die von einer Kindergärtnerin und einer Hilfskraft versorgt wurde, entstand.

Schnell wuchs die Zahl der zu betreuenden Kinder, zugleich aber auch die Zahl der Mitglieder. Dank dem unermüdlichen Einsatz zahlreicher Förderer, Spender und Eltern wurden in kurzer Zeit eine Schule und im Jahre 1969 eine Werkstatt für geistig behinderte Menschen gegründet. Bereits 1972 wurden 124 behinderte Kinder versorgt und 181 Mitglieder gezählt. Im Jahre 1979 wurden die neuen Gebäude am Kennedy-Ring bezogen. Der Verein Lebenshilfe hatte ein modernes Behindertenzentrum mit Frühförderung, Schule, Tagesstätte, Werkstatt und Verwaltung geschaffen.

Die Gegenwart

Heute werden unter dem Dach der Lebenshilfe Forchheim mehr als 500 geistig und mehrfach behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen betreut und gefördert. Die Lebenshilfe finanziert ihre Aufgaben in nicht unerheblichem Maße durch Beiträge und Spenden. Darüber hinaus ist die Lebenshilfe jedoch auf Zuwendungen anderer Geldgeber, z.B. von der Aktion Sorgenkind, und von Freunden und Förderern angewiesen. Den größten Teil der benötigten Gelder steuert die öffentliche Hand bei. Ohne sie ist die Hilfe für Behinderte nicht denkbar. Allerdings stehen für eine Reihe von Aufgaben keine oder nicht ausreichende Zuschüsse zur Verfügung. So will, kann und darf sich die Lebenshilfe auch in Forchheim mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Neue Aufgaben stehen an: Das stetige Wachstum der Abteilungen Frühförderung und Werkstatt bedingen räumliche und personelle Erweiterungen. Die Wohnsituation für Behinderte, die im Elternhaus nicht mehr bleiben oder versorgt werden können, macht die Schaffung von Wohnplätzen notwendig. Mit dem Erreichen der Altersgrenze scheiden auch behinderte Menschen aus dem Erwerbsieben aus. Für sie sind ebenfalls entsprechende Wohn-, Freizeit- und ggf. Pflegemöglichkeiten zu schaffen. Eltern und Angehörige sind durch die Behinderung eines Familienmitglieds sehr belastet und benötigen Hilfen und Unterstützung. Hier müssen noch Familienentlastende Dienste und Angebote der Familienberatung geschaffen werden.

Zum Abbau von Berührungsängsten, Vorurteilen, Hemmungen und Unsicherheiten müssen alle Gelegenheiten genützt werden, das Zusammenleben von Nichtbehinderten und behinderten Menschen zu fördern. Integrative Bildungs-, Arbeits- und Freizeiteinrichtungen sind hierbei an erster Stelle zu nennen. Sie können mithelfen, dass die Lebenshilfe sich auch weiterhin für das Wohl geistig behinderter Menschen und ihrer Familien einsetzt, dass jeder geistig behinderte Mensch so selbständig wie möglich leben kann und dass ihm so viel Schutz und Hilfe zuteil wird, wie er für sich braucht.