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10. Okt 2022 Martin Rossol News, Verbandarbeit

Alarmstufe rot: Zahlen zeichnen ein düsteres Bild

Angesichts der explodierenden Energiepreise schlagen die Fachverbände Alarm. Sie warnen vor existentiell bedrohlichen Situationen für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Über die Hälfte der Einrichtungsträger befürchten Liquiditätsengpässe.


In einer gemeinsamen Erklärung warnen die Fachverbände vor den dramatischen Folgen der Energiepreisexplosion. „Hierfür müssen dringend Lösungen gefunden werden“, fordert Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin, im Namen der Fachverbände. Diese unvorhersehbaren Kostenentwicklungen seien in den Vergütungsvereinbarungen nicht eingepreist und könnten auch nicht nachträglich ausgeglichen werden.

Bereits im Juli hatten die Fachverbände auf die schwierige Lage aufmerksam gemacht. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales teilte zwar die Sorgen der Fachverbände, verwies aber darauf, dass die finanzielle Dimension noch nicht abschätzbar sei.

Nun liegen Zahlen vor - und diese zeichnen ein düsteres Bild. Laut Erkenntnissen der Fachverbände sind bei den Energiekosten Steigerungsraten um das Drei- bis Zehnfache zu erwarten. Mehr als die Hälfte der Dienste und Einrichtungen befürchten Liquiditätsengpässe. Die Fachverbände appellieren daher dringend an Bund und Länder, schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfen zu leisten.

Zudem weisen die Fachverbände nochmals auf die schwierige Situation jener Menschen hin, die auf existenzsichernde Leistungen angewiesen sind. Ulla Schmidt: „Menschen mit Behinderung müssen darauf vertrauen können, dass ihnen bedarfsgerechte Angebote auch während der Energiekrise zur Verfügung stehen.“

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