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20. Dez 2022 Martin Rossol Medizin & Wissenschaft

Studie: Grüner Tee und das Down-Syndrom

Ein Wirkstoff in grünem Tee kann die Gehirnaktivitäten von Menschen mit Down-Syndromdeutlich verbessern. Das berichtet das renommierte Fachmagazin "The Lancet Neurology". Nach einem klinischen Test wiesen Patienten mit Trisomie 21 ein deutlich verbessertes Wahrnehmungs- und Erinnerungsvermögen auf.


Die Studienautoren führten die Wirkung auf den Stoff Epigallocatechingallat zurück, der im grünen Tee enthalten ist. Er verbessert das Zusammenspiel von Neuronen im Gehirn. An dem klinischen Test hatten 84 junge Erwachsene mit Down-Syndrom teilgenommen. Eine Hälfte wurde mit dem Wirkstoff behandelt, die andere erhielt ein Präparat ohne den Stoff, ein Placebo.

Die erste Gruppe zeigte nach einem Jahr deutlich bessere Leistungen beim Erinnern von Worten und Mustern und bei der Fähigkeit, ihr Verhalten der Umgebung anzupassen. Je länger sie das Präparat einnahmen, desto besser wurden die Leistungen. Die positiven Wirkungen waren noch ein halbes Jahr nach Ende des Tests bemerkbar. Diese Wirkung sei in der Placebo-kontrollierten Gruppe nicht zu beobachten gewesen, schreiben die Wissenschaftler.

Die Erstautorin der Studie, Mara Diersson, betonte, dass das Präparat keinesfalls eine Heilung der Syndrome verspreche. "Es könnte aber gleichwohl ein Instrument sein, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern."



Die erste Gruppe, die grünen Tee bekam, zeigte nach einem Jahr deutlich bessere Leistungen beim Erinnern von Worten und Mustern. Auch die Fähigkeit, ihr Verhalten der Umgebung anzupassen, war besser als in der Kontrollgruppe. (Foto: Sonja Richter)

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